Glossar

  • F
  • Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung

    Beim Neubau des Münchner Hauptbahnhofs setzen die Deutsche Bahn und ihre Projektpartner auf „Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung" im Sinne des §25 Abs. 3 Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG). Dieses Angebot ist nicht Teil behördlicher Genehmigungsprozesse – wie bspw. des Planfeststellungsverfahrens – und es ersetzt diese auch nicht.

    Die Projektbeteiligten handeln hier aus der Überzeugung heraus, dass ein Großprojekt im Herzen der Landeshauptstadt München nur gelingen kann, wenn alle Betroffenen frühzeitig eingebunden werden. Deshalb wird es im Rahmen der „Frühen Öffentlichkeitsbeteiligung" in den kommenden Monaten und Jahren zahlreiche Informations- und Dialogangebote für Anwohner, Gewerbetreibende, Pendler und Reisende geben. Dazu zählen Online-Angebote und digital verfügbare Planungsunterlagen ebenso wie Printmaterialien am Bahnhof und Bürgerveranstaltung vor Ort in den Stadtvierteln.

  • N
  • Nukleus

    Als Nukleus (lateinisch für Kern) wird das zentrale Zugangsbauwerk zur neuen Stammstrecke bezeichnet. Über zahlreiche Fahrtreppen und zehn Schnellaufzüge im Empfangsgebäude des Hauptbahnhofes erreichen die Passagiere künftig die S-Bahnen auf der ersten Stammstrecke, die Züge der U-Bahn-Linien 1/2 und 4/5 und sowie Bahnsteige für die 2. Stammstrecke.

    Der Nukleus ist bewusst modernes und offen gestaltet. Auf diese Weise erreicht nicht nur Tageslicht die unteren Ebenen, die helle Bauweise vermittelt den Nutzern auch ein Gefühl der Sicherheit. Der Bau des Nukleus markiert den Beginn der Arbeiten am neuen Hauptbahnhof.

  • P
  • Planfeststellungsverfahren

    Von großen Bauvorhaben der DB wie dem Neubau des Empfangsgebäudes sowie dem Rückbau des Starnberger Flügelbahnhofs ist eine Vielzahl von Personen und Interessensgruppen betroffen. Dazu zählen Anwohner und Münchner Bürger ebenso wie Naturschutzverbände, verschiedene kommunale Behörden oder Bürgerinitiativen – um nur einige Beispiel zu nennen.

    Um alle Betroffenen über das geplante Vorhaben zu informieren und sicherzustellen, dass allen öffentlichen und privaten Interessen Rechnung getragen wird, ist ein behördliches Verfahren, das sogenannte Planfeststellungsverfahren, gesetzlich vorgeschrieben, in dem die einzelnen Belange gegeneinander und untereinander abgewogen werden.

    Der Ablauf eines Planfeststellungsverfahrens gliedert sich in mehrere Schritte:

    1. Zunächst erstellt die Vorhabenträgerin – in diesem Fall die DB Station&Service AG – die Planfeststellungsunterlagen, die das geplante Bauvorhaben in allen Einzelheiten erläutert und alle Lagepläne etc. umfasst. Die Unterlagen werden anschließend beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) als zuständiger Genehmigungsbehörde eingereicht.
    2. Nach einer eingehenden Prüfung reicht das EBA die Unterlagen an die Anhörungsbehörde weiter (hier: die Regierung von Oberbayern), die die Offenlage der Dokumente veranlasst. Während der einmonatigen Offenlage können die Bürger Einsicht in die Planfeststellungsunterlagen nehmen.
    3. In der Zeit der Offenlegung und bis zu zwei Wochen danach (Einwendungsfrist, bei Trägern öffentlicher Belange bis zu drei Monate nach Auslegung) können die Bürger und Interessenverbände schriftlich ihre Einwendungen gegen das Vorhaben geltend machen.
    4. Zu den Einwendungen werden anschließend von der DB Stellungnahmen verfasst, die wiederum von der Anhörungsbehörde geprüft werden. Bei Bedarf werden weitere Stellungnahmen von Natur-, Umwelt- und Immissionsschutzbehörden eingeholt.
    5. Die Anhörungsbehörde setzt in der Folge einen Erörterungstermin fest, bei dem alle Einwendungen und Stellungnahmen erörtert werden. Ziel dabei ist, zu einem einvernehmlichen Interessensausgleich zu gelangen. Die Ergebnisse gehen als zusammenfassende Stellungnahme zurück an das EBA.
    6. Das EBA prüft alle Ergebnisse und Sachverhalte abschließend und erlässt den Planfeststellungsbeschluss. Dieser enthält eine Entscheidung über alle im Erörterungstermin nicht erledigten Einwendungen. Einwender haben die Möglichkeit, gegen den Beschluss zu klagen.
    7. Mit Bestandskraft des Planfeststellungsbeschlusses erhält die DB Baurecht.
  • S
  • Schritte in der Hochbauplanung

    Die Hochbauplanung erfolgt im Regelfall in mehreren Schritten, in deren Verlauf ein Bauvorhaben gestaltet und weiter entwickelt wird. Der übliche Sprachgebrauch orientiert sich an den Leistungsphasen in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Diese Leistungsphasen reichen von der Grundlagenermittlung (1) und Vorplanung (2) über die Entwurfsplanung (3), Genehmigungsplanung (4), Ausführungsplanung (5) bis hin zur Vorbereitung der Vergabe (6) und Mitwirkung bei der Vergabe (7). Die letzten beiden Phasen sind die Objektüberwachung, konkret die Bauüberwachung und Dokumentation (8), sowie schließlich die Objektbetreuung (9).

    Welche konkreten Aufgaben grundsätzlich in den wichtigsten Leistungsphasen erbracht werden, finden Sie hier stichpunktartig erläutert:

    Grundlagenermittlung

    • Klärung und Festlegung der Aufgabenstellung unter Berücksichtigung der Randbedingungen und Planungsabsichten
    • Ermittlung des Leistungsumfangs
    • Bestandsaufnahme

    Vorplanung (Projekt- und Planungsvorbereitung)

    • Variantenuntersuchungen
    • Vorverhandlungen mit betroffenen Behörden über Genehmigungsfähigkeit und Kostenbeteiligung
    • Beschaffung von notwendigen Unterlagen
    • Erstellen einer Kostenschätzung
    • Erarbeiten eines Planungskonzeptes
    • Erarbeiten einer Vorzugsvariante

    Entwurfsplanung (System- und Integrationsplanung)

    • Durcharbeitung des Planungskonzepts der ausgewählten Variante (zeichnerische Darstellung, fachspezifische Berechnungen)
    • Verhandlungen mit betroffenen Behörden über die Genehmigungsfähigkeit
    • Kostenberechnung
    • Kostenkontrolle durch Vergleich der Kostenberechnung mit Kostenschätzung

    Genehmigungsplanung

    • Erarbeiten und Einreichen der Unterlagen für die erforderlichen öffentlich-rechtlichen Verfahren (bspw. Planfeststellungsverfahren)
    • Verhandlungen mit Behörden
    • Mitwirken im Planfeststellungsverfahren einschließlich Erörterungsterminen und Stellungnahmen
    • Vervollständigen und Anpassen der Planungsunterlagen

    Ausführungsplanung

    • Zeichnerische und rechnerische Darstellung der Ergebnisse der Entwurfs- und Genehmigungsplanung zur ausführungsreifen Lösung einschließlich Detailzeichnungen

     

  • V
  • Vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren

    Die Bebauungspläne der Landeshauptstadt München enthalten rechtsverbindliche Vorgaben darüber, wie und unter welchen Bedingungen Grundstücke im Stadtgebiet bebaut werden dürfen. Das schließt Maße, stadträumliches Erscheinungsbild und Nutzungsart der Bauwerke ebenso ein wie Aspekte des Umwelt- und Naturschutzes und des Verkehrs.

    Grundlage dafür ist der übergeordnete Flächennutzungsplan.

    Kennzeichnend für einen „vorhabenbezogenen Bebauungsplan" ist die Initiative durch einen Investor bzw. Vorhabenträger - im Falle des Starnberger Flügelbahnhofs ist dies die DB Station&Service AG.

  • Vorplanung

    Die Vorplanung ist der zweite von neun Schritten der Bauplanung. Sie folgt auf die Grundlagenermittlung, bei der die Aufgabenstellung geklärt und die technischen und wirtschaftlichen Grundsatzfragen des Projektes dargelegt wurden. Während der Vorplanung werden Erkundigungen über die Art des Baugrundes eingeholt, ein Planungskonzept erstellt und alternative Lösungsmöglichkeiten erörtert, zudem wird die Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens geprüft. In diese Phase fällt auch eine erste Kostenschätzung für das Bauprojekt. Nach Abschluss der Vorplanung folgt als nächster Schritt die Entwurfsplanung, in der ein stimmiges und realisierbares Konzept, das alle projektspezifischen Problemstellungen berücksichtigt, zusammengestellt wird.

Grafische Navigation

Grafische Naviagtion Teaser Bild

München feiert Baubeginn für 2. Stammstrecke

Zweitägiges Bürgerfest auf dem Marienhof • Infozentrum eröffnet • Vorabmaßnahmen gestartet • Bau der unterirdischen Stationen ab 2018

Weiterlesen …

Rahmenvereinbarung zum Neubau des Münchner Hauptbahnhofs

Der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung hat am 7. Dezember 2016 weitere Weichen für den Neubau des Empfangsgebäudes des Münchner Hauptbahnhofes und des Starnberger Flügelbahnhofes gestellt.

Weiterlesen …